Home Region In-/Ausland Sport Rubriken Magazin Agenda
In-/Ausland
06.07.2022

Als KMU Währungsrisiken abfedern

Bei Fragen zum möglichen Einsatz von Devisengeschäften stehen Ihnen Markus Altorfer, Stv. Vorsitzender der Bankleitung Raiffeisenbank Rapperswil-Jona (oben), und Rolf Güntensperger, Vorsitzender der Bankleitung Raiffeisenbank Schänis-Amden, gerne mit zielführenden Strategien zur Seite. Bild: Raiffeisen/ Linth24
Der Handel mit dem Ausland birgt für fast jedes Schweizer Unternehmen ein Währungsrisiko. Die Materialbestellung ist ebenso wie der Verkauf der eigenen Produkte erheblichen Wechselkursschwankungen ausgesetzt.

Bei der Suche nach der passenden Lösung für ihr individuelles Geschäft werden Unternehmerinnen und Unternehmer von Markus Altorfer, Leiter Firmen- und Immobilienkunden der Raiffeisenbank Rapperswil-Jona, und seinem erfahrenen Beratungsteam unterstützt. Dabei werden die Kundenbedürfnisse gezielt aufgenommen und im Rahmen einer gemeinsam definierten Devisenstrategie umgesetzt. Noch sichert sich der Grossteil der betroffenen KMU nicht gegen Währungsschwankungen ab – und spekuliert damit möglicherweise unbewusst.

Schwankende Kurse

Das Importvolumen der Schweiz betrug per Ende 2021 insgesamt rund 329 Milliarden Schweizer Franken, das Exportvolumen lag bei 370 Milliarden Schweizer Franken. Wichtigste Fremdwährung für die Schweizer Import- und Exportbranche ist der Euro, zweitwichtigster Handelspartner sind die USA. Fremdwährungen reagieren oft empfindlich auf zahlreiche Einflüsse, was den Schweizer Unternehmen die Budgetierung erschwert.

Demgegenüber ist der Schweizer Franken eine harte Währung, die wegen der gesunden Volkswirtschaft in unsicheren Zeiten als sicherer Hafen dient. Vielen KMU dürfte die Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Jahr 2015 in unguter Erinnerung sein. «Derart drastische Kursveränderungen sind zum Glück die Ausnahme», weiss Rosario Loria, Devisenexperte bei Raiffeisen Schweiz, «wie uns die Pandemiekrise und der Ukraine-Krieg wieder vor Augen führen, tun international ausgerichtete Schweizer KMU jedoch gut daran, sich proaktiv mit den Devisenrisiken zu befassen.»

Devisenstrategie definieren

Für die Risikobetrachtung wird zuerst das Fremdwährungs-Exposure einer Firma berechnet. Dabei handelt es sich um den Zahlungsstrom, der einem oder mehreren Wechselkursen ausgesetzt ist. Die hieraus abgeleitete Devisenstrategie minimiert die Währungsrisiken in Abhängigkeit von Risikoappetit und Risikofähigkeit. Dies ermöglicht es einer Firma beispielsweise, die Zahlungen aus einem Geschäft auch tatsächlich zum ursprünglich in der Kalkulation budgetierten Wechselkurs verbuchen zu können. Sowohl die Devisenstrategie wie auch deren Umsetzung mit Absicherungsgeschäften definieren die Kundinnen und Kunden gemeinsam mit der Bank.

Auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittene Absicherungsgeschäfte

Die Umsetzung der Devisenstrategie erfolgt zugeschnitten auf das jeweilige Fremdwährungs-Exposure und die Risikoneigung. Beim klassischen Devisenkassageschäft (manchmal als «Spot» bezeichnet) wird eine Währung sofort in eine andere gewechselt. Die Verrechnung (standardmässig innert zweier Arbeitstage) bietet freilich keine Kursabsicherung. Bei Termingeschäften wie Forwards oder Swaps werden hingegen Fremdwährungen auf einen künftigen Termin gewechselt. Betrag und Wechselkurs sind dabei verbindlich festgelegt, egal welche negativen Entwicklungen sich in der Zwischenzeit einstellen. Allerdings profitiert man damit auch nicht von einer möglichen positiven Entwicklung. Bei Fremdwährungsoptionen haben Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, sich vor unerwünschten Kursbewegungen abzusichern und allenfalls sogar von vorteilhaften Kursentwicklungen zu profitieren. Überdies erlauben Optionsgeschäfte den Kundinnen und Kunden, ihre Fremdwährungspositionen zu Renditeoptimierungszwecken aktiv zu bewirtschaften.

Noch fehlt das Risikobewusstsein

«Keine Devisenstrategie zu haben, kann ein Unternehmen viel Geld kosten», erklärt Rosario Loria. Im Extremfall könne eine starke Wechselkursänderung ein Unternehmen in Bedrängnis bringen. «Ein Schweizer KMU sollte die mit Import und Export zusammenhängenden Risiken kennen», rät der Devisenspezialist. Je nach Unternehmensgrösse und Exportanteil sichern zwischen 15 und 45 Prozent der KMU die Wechselkurse regelmässig ab. In vielen Fällen ist dieses Risikobewusstsein allerdings noch nicht vorhanden. Die Definition einer Devisenstrategie ist deshalb insbesondere für exportorientierte Firmen ein wertvoller Beitrag zur mittelfristigen Unternehmensentwicklung. «Der Marktzugang von Raiffeisen ermöglicht den Schweizer Unternehmen, ihre Devisenstrategie konsequent und zu attraktiven Konditionen umzusetzen – unabhängig von der Firmengrösse», so Rosario Loria.

Devisengeschäfte im E-Banking

Raiffeisen-Kundinnen und -Kunden können Fremdwährungstransaktionen auch im E-Banking oder auf der Mobile-App durchführen, um so flexibel wie möglich auf Marktveränderungen reagieren zu können. Der Zahlungsverkehr lässt sich auf Fremdwährungskonti ohne Kursumrechnung abwickeln. Bei der Erfassung eines Devisenauftrags wird der Real-Time-Kurs angezeigt. Dieses Angebot steht allen Kunden von Montag bis Freitag von 6 bis 22 Uhr zur Verfügung. Über E-Banking lassen sich Devisengeschäfte bis zu einem Gegenwert von 500’000 Schweizer Franken durchführen. Bei Rückfragen zur geeigneten Strategie und den Möglichkeiten zum Einsatz von Devisengeschäften hilft Ihnen Ihr persönlicher Kundenberater sehr gerne weiter.

Praxisbeispiel

Beispiel eines Devisentermingeschäfts aus der Praxis eines Möbeldesigners: Der Möbeldesigner importiert Hölzer im Wert von 100’000 Euro aus Frankreich. Die Bezahlung soll in vier Monaten erfolgen. Um Planungssicherheit für seine Kundenofferten zu haben, möchte er den aktuellen Euro-Kurs von 1.05 Franken auf den Zahlungszeitpunkt hin absichern. Dazu schliesst er mit seiner Bank ein Devisentermingeschäft zum Terminkurs von 1.05 Franken ab und hinterlegt die notwendige Marge von 10 Prozent des Grundgeschäftsvolumens bei seiner Bank. Unabhängig von der tatsächlichen Kursentwicklung liefert die Bank dem Möbeldesigner nach vier Monaten 100’000 Euro und belastet ihm dafür 105‘000 Franken. Liegt der tatsächliche Euro-Kurs zu diesem Zeitpunkt beispielsweise bei 1.08 Franken, konnte der Möbeldesigner einen Kursverlust von 3‘000 Franken vermeiden. Ist der Kurs unter 1.05 gesunken, wäre der Wechsel auf Kasse günstiger gewesen. In jedem Fall kann der Möbeldesigner den Preis für die Möbel auf der Basis des abgesicherten Kurses kalkulieren und riskiert nicht, dass Wechselkursänderungen seine Marge beeinträchtigen.

Mit Raiffeisen am Devisenmarkt

Der Devisenmarkt ist mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von 6,6 Billionen US-Dollar der weltweit grösste und liquideste Finanzmarkt. Die wichtigsten Marktteilnehmer sind Banken; die Raiffeisen Gruppe hat ein durchschnittliches tägliches Volumen in dreistelliger Millionenhöhe. KMU haben gewöhnlich keinen direkten Zugang zum Devisenmarkt. Den Raiffeisen-Kundinnen und -Kunden steht ab einem jährlichen Handelsvolumen im Gegenwert von zwei Millionen Franken mit dem Direct Access Service (DAC) der Zugang zu den Devisenmarktspezialisten frei (telefonisch oder elektronisch via RAI-Trade). Raiffeisen bietet ein transparentes und einfaches Pricing für diese Leistungen an, mit dem die Kunden dank vertraglich festgelegter Konditionen die Kosten im Voraus berechnen können.

Haben Sie Fragen zum Devisengeschäft?

Ihre Raiffeisenbank vor Ort freut sich auf Ihre Kontaktaufnahme:

Rolf Güntensperger
Vorsitzender der Bankleitung
Raiffeisenbank Schänis-Amden
www.raiffeisen.ch/schaenis-amden

Markus Altorfer
Stv. Vorsitzender der Bankleitung Raiffeisenbank Rapperswil-Jona
Leiter Firmen- und Immobilienkunden
Raiffeisenbank Rapperswil-Jona
www.raiffeisen.ch/rapperswil-jona

Raiffeisen/Goldküste24