Home Region In-/Ausland Sport Rubriken Magazin Agenda
Magazin
26.05.2022

Christi Himmelfahrt – früher und heute

Christi Himmelfahrt ist durch die Farbe Weiss gekennzeichnet. Bild: zvg
Am 40. Tag nach Ostern feiern Christinnen und Christen aller Konfessionen das Hochfest Christi Himmelfahrt. An diesem Tag feiern Christen jedes Jahr die Rückkehr von Jesus Christus zu seinem Vater in den Himmel.

Christi Himmelfahrt wird traditionell am Donnerstag nach dem fünften Sonntag nach Ostern bzw. zehn Tage vor dem Pfingstfest gefeiert. Der Termin von Christi Himmelfahrt richtet sich also immer nach dem Osterfest (39 Tage danach). In den ersten drei Jahrhunderten nach Christus war es üblich, die Feier der Himmelfahrt Christi mit dem Pfingstfest zusammen zu begehen, aufgrund der engen Verbindung von Auferstehung und Geistsendung. Allerdings entwickelte sich Christi Himmelfahrt im Laufe des 4. Jahrhunderts dann doch zu einem eigenständigen Fest.

Der Feiertag leitet sich direkt aus den Schriften des Neuen Testaments ab. Denn schon das Evangelium nach Lukas und die Apostelgeschichte berichten vom auferstandenen Jesus, der sich vierzig Tage lang den Jüngern zeigte und anschliessend in den Himmel zur Rechten Gottes erhoben wurde. Die Farbe zu diesem Hochfest ist das österliche Weiss als Farbe des Lichtes.

Die Jünger mit der Auferstehung von Jesus. Bild: Kirche und Leben

Gebets- und Prozessionstage

Nach altem Brauch sind die drei Tage vor Christi Himmelfahrt Bitttage, die im 4. Jahrhundert in der römischen Kirche eingeführt wurden und sich dann allmählich ausbreiteten. Papst Gregor der Grosse hat die Prozessionen um 600 dann weiter ausgestaltet. Im Zuge der Liturgiereform 1969 wurden diese Bittprozessionen in der katholischen Kirche abgeschafft. 

Die Woche, in der die Bitttage liegen, wird auch als Gangwoche, Betwoche, Bittwoche oder Kreuzwoche – weil den Prozessionen an diesen Tagen das Kreuz vorangetragen wurde – bezeichnet. Die Prozessionen werden mit dem Gesang der Allerheiligenlitanei (grosses Bittgebet) begangen und von inständigem Bittgebet begleitet.

In verschiedenen Gemeinden gibt es den «Umritt», den Gläubige allerdings auch zu Fuss absolvieren können. Bild: zvg

Jesu draussen näher sein

An Christi Himmelfahrt wird lokal sehr unterschiedliches Brauchtum gefeiert. So kennen verschiedene Gemeinden im Kanton Luzern etwa den «Umritt», den Gläubige allerdings auch zu Fuss absolvieren können. Viele christliche Gemeinden feiern an diesem Tag Gottesdienste in Pfarrgärten, im Wald oder auf Bergen. Sie verlassen den Kirchenraum, um die Anwesenheit und Macht Jesu an jedem Ort und zu jeder Zeit zu betonen. In manchen Gegenden wird die Statue des Auferstandenen an Christi Himmelfahrt durch das «Heiliggeistloch» auf den Kirchenspeicher gezogen.

Seniorinnen und Senioren erinnern sich, wie Christi Himmelfahrt früher gefeiert wurde: «Zu Christi Himmelfahrt machten wir eine Prozession in die Felder. Dort gab es drei Kreuze und an jedem wurde ein Altar aufgebaut und bei der Prozession der Segen gespendet. Die Lieder, die wir sangen, hatten alle irgendwie mit dem Feld zu tun», erinnert sich eine ältere Dame. In manchen Gegenden ist es noch heute Brauch, am Himmelfahrtstag sogenannte «Feld-Umgänge» zu machen. Die Menschen bitten um Gottes Segen für die Saat und die Ernte.

Bild: zvg

Mai-Andacht

In der Tradition der römisch-katholischen Kirche wird im  Mai Maria als Jungfrau und Gottesmutter in Gottesdiensten der Marienfeste im Mai und in speziellen wortgottesdienstlichen Maiandachten geehrt. Hierbei können die Maiandachten als öffentliche Gottesdienste oder im privaten Bereich stattfinden. Für die Andacht wird ein Marienbildnis oder eine Marienstatue mit Blumen besonders geschmückt.

Redaktion Linth24, March24, Höfe24/Goldküste24