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27.05.2022

Das verborgene Leben eines unscheinbaren Reptils

Fühlt sich im buschig-steinigen Lebensraum wohl und mag die Wärme: Coronella austriaca, zu Deutsch Schlingnatter. Bild: Andreas Meyer
Sie fühlt sich in einem «Gnusch» wohl und scheut den grossen Auftritt: Die Schlingnatter. Im Auftrag des Kanton Schwyz untersucht die Umweltingenieurin Maria Jakober das Vorkommen der ungiftigen Schlange in Ausserschwyz.

Die wenigsten wissen, dass im Kanton Schwyz Schlingnattern, auch Glattnattern genannt, vorkommen. Wie die meisten Reptilien führen sie ein eher unscheinbares Leben. 

Am Buechberg und in Buttikon

Vereinzelt gab es Beobachtungen im Raum Küsnacht. Aber auch in Ausserschwyz stehen die Chancen gut, die ungiftige und farblich eher unscheinbare Schlingnatter zu entdecken. «Aus dem Jahr 2015 haben wir Beobachtungen aus Buttikon und Pfäffikon und auch im Buechberg wurde sie gesichtet. Das ist allerdings eine ältere Meldung, erklärt Umweltingenieurin Maria Jakober, die das Büro Maria Jakober Umwelt GmbH betreibt und im Auftrag des Kantons Schwyz als Regionalvertreterin für Reptilienschutz wirkt. Ihre Arbeit soll Grundlagen schaffen für gezielte Fördermassnahmen. Der Kanton will für die Schlingnatter einen sogenannten Aktionsplan erstellen.

Bleche an sechs Standorten

Für die Beobachtung der Schlingnatter hat Jakober diesen Frühling an sechs Standorten in Ausserschwyz Bleche ausgelegt: Eingangs des Seedamms Pfäffikon und im Hurdnerwäldli, in Buttikon beim Bahndamm, in Wangen beim Gätzibach und Chromen, und in Tuggen nahe der Linthbordkapelle. An jedem Standort gibt es mehrere -Bleche, rund 60 solcher Blechplatten wurden ausgelegt.

 

Rund 60 solcher Bleche wurden in Ausserschwyz etwas abseits der Wege ausgelegt – Maria Jakober (im Bild) oder ein Zivilschützer kontrollieren sie regelmässig. Bild: Johanna Mächler

Schlingnattern finden Blechplatten einladend

«Normalerweise hält sich dieses Reptil bevorzugt in trocken-warmen, steindurchsetzen Gebieten wie Böschungen, Felsfluren und Waldrändern auf, möglichst in einem ‹Gnusch›», erklärt Maria Jakober. «Die Schlingnatter kriecht unter Blechplatten, was ihrem wechselwarmen Körper entgegenkommt.» Denn selber könne dieses Tier, das maximal 70 cm lang wird, keine Wärme produzieren. Es überwintert frostgeschützt, bis die Aprilsonne warm genug scheint, dass es wieder aktiv wird. In dieser Zeit findet auch die Paarung statt, vier bis zwölf ausgereifte Schlänglein werden dann im August/September geboren.

Wieder am Buechberg heimisch?

Bisher wurde noch keine Glattnatter gesichtet: «Doch wir haben Grund zur Annahme, dass sie am Buechberg vorkommt, auch deshalb weil die Zauneidechsen – durch den Einsatz der Stiftung Linthebene – wieder häufiger vorkommen», folgert Maria Jakober. Denn Eidechsen sind die Leibspeise der Schlingnatter, vier bis fünf Mahlzeiten pro Saison seien ausreichend.

Beobachtungen melden

Maria Jakober bittet die Bevölkerung, allfällige Beobachtungen von Schlingnattern zu melden. «Es kann sehr wohl sein, dass man auf einem Spaziergang mit etwas Glück dieses seltene und unscheinbare Tier sieht oder wenigstens einen Momenteindruck -erhaschen kann», sagt die Fachfrau. Oder dass eine Häutung -gefunden wird. Meldungen können mit Foto an das Amt für Wald und Natur (matthias.kaiser@sz.ch) geschickt werden.

Johanna Mächler, Redaktion March24 und Höfe24/Goldküste24