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Leserbrief
Magazin
05.07.2022

«Digitalschrott»: Sieben Mails bei Onlinebestellung

Beat Schuler kritisiert die Stromverschwendung durch die Mail-Flut bei Onlinebestellungen, während zugleich neue Gaskraftwerke erwogen werden. (Symbolbild) Bild: Pixabay: Gerd Altmann
Leser Beat Schuler macht sich Gedanken zum Online-Shopping und zur damit verbundenen Flut von E-Mails. Er sieht darin eine «idiotische Stromverschwendung», während die Politik Blackouts heraufbeschwöre.

Digital: Fluch oder Segen

«Sicher haben Sie auch schon online etwas bestellt. Im Moment etwa ein Ventilator oder Kühlgerät, vielleicht auch nur Sandalen oder Shorts. Egal.

Unmittelbar nach der Bestellung kommt das 1. Mail. Die Auftragsbestätigung: ‹Wir freuen uns, dass Sie sich für unser Produkt entschieden haben.› So weit so gut. Etwas später dann das 2. Mail mit der aufregenden Botschaft: ‹Ihre Bestellung ist in Bearbeitung.› Am nächsten Tag im 3. Mail: ‹Ihre Bestellung ist unterwegs.› Etwas später im 4. Mail: ‹Ihre Lieferung wird vermutlich am – jetzt folgt das Datum – zwischen 12:00 und 17 Uhr ausgeliefert.›

Oft geschieht etwas Unvorhergesehenes, vielleicht ein Plattfuss am Lieferwagen oder Verkehrsstau, welches das 5. Mail auslöst. Man wird auf den nächsten Tag vertröstet, zwischen 7:00 und 12 Uhr. Pflichtbewusst steht man um 7:00 Uhr bereit, um die verlangte Unterschrift zu erbringen. Doch die Türglocke bleibt stumm. Glücklicherweise ist jemand gegen Mittag zuhause und die Ware wird gegen Unterschrift ausgehändigt. Wenige Minuten später kommt das 6. Mail mit dem atemberaubenden Text: ‹Ihre Ware wurde ausgeliefert.› Und zuletzt mit dem 7. Mail die Rechnung.

Diese Flut von Mails wird täglich millionenfach versendet. Welch überflüssige, idiotische Stromverschwendung!

Heraufbeschworene Blackouts und Stromverschwendung

Von der Politik und der Energiewirtschaft wird schon heute ein Blackout heraufbeschworen. Deshalb sollen Umweltschutzmassnahmen aufgeweicht oder rückgängig gemacht werden und CO₂-schleudernde Gaskraftwerke gebaut werden.

Doch ginge es auch anders!

  • Auf solch unsinnigen Digitalschrott (Mail) verzichten.
  • Um 22 Uhr die Schaufensterbeleuchtungen abschalten.
  • Auf stromfressende Kühlgeräte verzichten.
  • Die Autokilometer auch elektro reduzieren, jeder für selber und nicht der Nachbar.
  • Einfacher leben – bewusster konsumieren.
  • Opportunisten und Schlaumeiern verunmöglichen, noch schnell ihre alte Öl- oder Gasheizung mit einer neuen zu ersetzen.
  • Endlich obligatorische Vorschriften für Fotovoltaik auf allen Dächern beschliessen.

Grossartig ist doch, dass wir in unserer liberalen Wirtschaftsordnung die Freiheit haben, gemeinsam unterzugehen. Dies würde sogar die SVP unterschreiben.»

Beat Schuler, Jona/Goldküste24