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Kanton
24.10.2021

UrDinkel in der Schweiz wird knapp

Trotz eingeleiteter Massnahmen wird der Schweizer UrDinkel knapp. Bild: IG Dinkel
Die starke Nachfrage von UrDinkel-Mehl aufgrund des Lockdowns im Frühjahr 2020 hat zu unerwarteten Versorgungslücken geführt. Die schlechte Ernte 2021 verschärft den Mangel an Schweizer Dinkel und UrDinkel zusätzlich.

Trotz eingeleiteter Notmassnahmen durch die IG Dinkel, werden die Versorgungslücken nicht geschlossen werden können. Einige Produkte werden deshalb vorübergehend nicht erhältlich sein oder auf Dinkel umgestellt werden müssen.

Wie die IG Dinkel auf ihrer Website schreibt, haben der nasse Sommer 2021 und seine Hagelgewitter auch beim UrDinkel deutliche Spuren hinterlassen. Die Erträge liegen bei höchstens 55 Prozent einer Normalernte. Tiefe Hektolitergewichte würden zudem zu unterdurchschnittlichen Röll- und Mehlausbeuten führen.

Versorgungslücke nicht geschlossen

Kurz nach der Ernte bewilligte der Vorstand der IG Dinkel den Import von alten, nicht mit Weizen gekreuzten Dinkelsorten aus zertifiziertem Bio-Anbau sowie die Verwendung von Dinkel Suisse Garantie als Ersatz für UrDinkel IP-SUISSE (max. 20 Prozent). Allerdings können die Versorgungslücken auch mit diesen Notmassnahmen offenbar nicht geschlossen werden. Einige Produkte werden deshalb vorübergehend nicht erhältlich sein oder auf Dinkel umgestellt, welcher nicht dem Pflichtenheft für UrDinkel entspricht, so die IG Dinkel weiter.

Lichtblick Flächenentwicklung

Ein Lichtblick seien die aktuell guten Flächenentwicklungen, so die IG. Mit Preissteigerungen für alle Labels hätten viele Neuproduzenten und Zusatzflächen gewonnen werden können, sodass mit der nächsten Ernte der wertvolle Schweizer UrDinkel hoffentlich wieder erhältlich sein werde.

Nicht zu verwechseln mit Dinkel

Für die Marke UrDinkel sind nur alte, nicht mit Weizen gekreuzte Sorten (zur Zeit «Oberkulmer» und «Ostro») zugelassen. Produzenten von UrDinkel dürfen nahezu keinen Dünger einsetzen. Die Erträge bleiben tief, der ökologische Wert und die innere Qualität sind aber entsprechend hoch, so IG Dinkel. Im Gegensatz zu modernen Dinkelsorten, die mit Weizen gekreuzt wurden, halte die Marke UrDinkel bewusst am Reinheitsprinzip und an der möglichst grossen genetischen Differenz zu Weizen fest.

Seit 1966

Das Logo und die Bezeichnung UrDinkel wurde 1996 von der Interessengemeinschaft Dinkel ins Leben gerufen und als Marke eingetragen. Die Marke UrDinkel garantiert heute im Wesentlichen folgende Werte:

  • bezeichnet nur alte, nicht mit Weizen gekreuzte Schweizer Dinkelsorten
  • erlaubt den Anbau ausschliesslich auf IP-SUISSE und BIO SUISSE anerkannten Betrieben
  • garantiert die Herkunft aus angestammten Anbaugebieten
  • steht für Reinheit (toleriert höchstens Spuren von Fremdgetreide, max. 0.9 Prozent)
  • wird auf allen Stufen durch anerkannte Kontrollstellen kontrolliert und zertifiziert

Weitere Informationen: www.urdinkel.ch

Der UrDinkel zertifizierte Betrieb in Schindellegi SZ liefert im die ganze Schweiz.

www.baeckerei-gsund.ch

Barbara Tudor/Goldküste24