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Kanton
26.10.2021

Auftrag für 30-Millionen-Bauprojekt an Studenten

Visualisierung des Ersatzneubaus des Bezirksgerichts Hinwil. Bild: ARGE Brütsch Riggio Ugolini
Hinter der Gewinnerin des Wettbewerbs für den Ersatzbau des Bezirksgerichts Hinwil, der ARGE Brütsch Riggio Ugolini, steht nicht etwa ein Architekturbüro mit viel Erfahrung, sondern drei ehemalige Studenten.

«Drei Studenten gewinnen 30-Millionen-Projekt" schreibt der Tages-Anzeiger vor einigen Tagen in seinem Beitrag. Die Rede ist vom Grossauftrag, den der Kanton Zürich der ARGE Brütsch Riggio Ugolini zum Bau des neuen Bezirksgerichtsgebäudes in Hinwil vergeben hat (Zürioberland24 berichtete).

Hinter der Arbeitsgemeinschaft steckt aber nicht etwa ein Architekturbüro mit langjähriger Erfahrung, sondern die drei Architektur-Studenten Luca Riggio, Luca Ugolini und Kaspar Brütsch aus Basel, die zum Zeitpunkt des Zuschlags ihren Hochschul-Abschluss noch nicht in der Tasche hatten.

Leer geschluckt

«Als ich gehört habe, dass die Herren noch im Studium sind, habe ich im ersten Moment leer geschluckt», zitiert der Tages-Anzeiger David Vogt, Jurypräsident und stellvertretender Kantonsbaumeister. Es sei durchaus schon vorgekommen, fügt er an, dass in einem offenen Wettbewerb junge Büros den Zuschlag erhalten hätten. «Aber ‹jung› heisst für uns: ein frisch gegründetes Büro, zwischen 35 und 40 Jahre alt und fünf bis acht Jahre Berufserfahrung», präzisiert Vogt.

Auch die drei jungen Architekten, die ihr Studium mittlerweile abgeschlossen haben, waren überrascht, wie der Tages-Anzeiger schreibt. Sie seien sprachlos gewesen, weil sie nicht damit gerechnet hätten. Ihr Ziel sei eigentlich gewesen, unter die ersten fünf zu kommen. Aber so sei es wie ein Sechser im Lotto, sagt Luca Riggio gegenüber dem Tages-Anzeiger.

Zu Hause im Homeoffice entworfen

Das Gerichtsgebäude, das komplett nachhaltig gebaut werden soll, hätten sie jeder für sich im Homeoffice entworfen und über Zoom miteinander besprochen, so der Tages-Anzeiger weiter.

70'000 Franken Preisgeld

Die 70'000 Franken Preisgeld, die den drei jungen Männern vor kurzem ausbezahlt wurden, können sie wohl gut gebrauchen. Denn die Miete für ihre Büroräumlichkeiten in Zürich hätten sie noch von ihrem Ersparten bezahlt. Der Lohn für die Arbeit am Gerichtsgebäude kommt laut Tages-Anzeiger in Tranchen. Er betrage ca. 10 Prozent des Gebäudepreises, also etwa 3 Millionen Franken, die innerhalb der nächsten vier Jahre ausbezahlt werden.

Ein Zustand, der nach Veränderung ruft

Inzwischen haben die Drei auch eine eigene Firma namens "Koya Architektur" gegründet. Der Name sei eine Ableitung vom Film "Koyaanisqatsi", bei dem es um das umweltzerstörerische Handeln des Menschen geht. Der Name bedeute so viel wie ein Zustand, der nach Veränderung ruft. Dieses Credo werde sie auch künftig beim nachhaltigen Bauen begleiten, so Riggio.

www.koyaa.ch

Quelle: Tages-Anzeiger (Bezahl-Beitrag)

Zürioberland24/Goldküste24